Oh Gott, die Blogger!*

Blogger sollten mit „offenem Visier“ argumentieren, meint anlässlich der Sauregurkenzeit Innenminister Friedrich (CSU). Selbstverständlich will er seinen Beitrag aber so nun nicht verstanden wissen, sondern als – hüstel – konstruktive und vor allem ernst gemeinte Antwort auf die Anschläge eines Verrückten in Norwegen, die Dutzende Menschen das Leben gekostet haben.

Das ist natürlich Quatsch – Denn auch die Pflicht zu einem „offenen Visier“ bei „den Bloggern“  (oder sonstwem) hätte und hat diesen (und andere) Anschläge nicht verhindern können, wie Friedrich wohl weiß.

Es geht also wieder einmal um das „Man muss doch irgendwas tun“. Irgendwas, das geht immer. Und das Problem ist, dass viele Leute vermutlich genau dieser Meinung sind. Es muss halt was getan werden.  Oder soll man gar tatenlos zuschauen?

Ob dieses „irgendwas“ mit irgendwas anderem irgendwas zu tun hat, ist oft vollkommen nebensächlich. Jaja, selbstverständlich: Die Sache ist wahrscheinlich ungefähr so dauerhaft wie Sammy das Krokodil im Baggersee, und möglicherweise wertet auch dieser Blogbeitrag den Usinn nur auf.

Trotzdem bleibt es aber eben gefährlicher Unsinn, wenn sich Friedrich reflexhaft für die Abschaffung von Freiheiten – und die immer weitere Ausweitung von Überwachungsmaßnahmen ausspricht.

Und übrigens, was diese Blogger angeht, die uns alle irgendwann ins Grab bringen: Die müssen schon länger das „Visier“ offen haben – so steht es in § 55 Abs. 1 RStV.

* Die Überschrift ist  Abwandlung und Ehrerbietung bez. des sehr gelungenen Ausrufs: „Oh Nein, die Hacker! Wir werden alle sterben!“, gesehen in fefes Blog.

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